Modellbahn Spur N |
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Spurweite N: Kurioses, Mythen, FaktenEinige, zugegeben, sehr subjektive Gedanken zum Thema Modellbahn in 1:160. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit, sondern eher eine augenzwinkernde Revue diverser "Maßstäblichkeiten", die mir als begeistertem N-Bahner im Laufe meiner Modellbahnkarriere so unter die Finger gekommen sind! Beginnen möchte ich mit einem höchst anspruchsvollen Thema: Geschwindigkeit, Modellbahn & die Relativitätstheorie
Es wird ja gerne kolportiert, dass Albert Einstein zu seiner Relativitätstheorie inspiriert wurde, als er in einem fahrenden Zug saß und sinnierend eine Fliege betrachtete, die dort im Abteil herumsurrte. Wie schnell flog die Fliege? Und in Bezug auf - was? Von der großen Eisenbahn zurück zur Modelleisenbahn: Beim Betrachten von Geschwindigkeiten auf der Modellbahn kann einen dieses Gedankenspiel durchaus zu weiteren (in meinem Falle: streng unwissenschaftlichen!) Theorien bringen. Etwa: Geschwindigkeit ist relativ zur Größe der Modellbahnanlage. Dieselbe Lok mit derselben Geschwindigkeit in derselben Spurweite erscheint auf einer 5 m Geraden langsamer als auf einem 50 cm Kringel. Oder: Die Geschwindigkeit erscheint umso schneller, je kleiner der Wagon, gemessen LüP (= Länge über Puffer) ist. Und inwieweit das womöglich noch mit der Entfernung, genauer: der Relation des Betrachters zum Objekt zusammenhängt …. OK, das führt nun doch zu weit. Fakt aber bleibt: Spur N gabs noch nicht zu Einsteins Zeiten. Wer weiß, was sonst aus ihm geworden wäre. Vielleicht Hersteller von Spur N Lokomotiven mit eingebautem Raum-Zeit-Realitätsprinzip? So aber müssen wir uns wohl weiter mit der folgenden Formel begnügen: Anlage = Rennsemmel x N2 Womit ich zum nächsten Thema kommen möchte: Der Bergmythos |
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Alles nur Illusion: Alpen als Hintergrundkulisse. Motiv aus meiner Anlage "Illertal" Modellbau im Maßstab 1:160 heißt ja, dass 1 cm im Modell einer realen Höhe von 160 cm entspricht. Ein Berg von 160 m benötigt also in Spur N schon 1 m Höhe, wenn man ihn maßstabsgetreu nachbilden möchte. So, und jetzt Finger hoch: Wer hat wirklich 1 Meter hohe Berge auf seiner Modellbahnanlage? |
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N = Neun mm Spurweite |
Alpen = x km Sichtweite |
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Wobei 160 m ja noch nicht mal dem Teutoburger Wald gerecht würden. Somit ein Gruß an alle Alpen- und Schweiz Fans: 1600 m Berg wären dann umgerechnet …. Richtig. Kommen wir zum nächsten Thema: Der BahnsteigmythosEin ähnlicher Klassiker. Was da so aus den Pappschachteln der üblichen Verdächtigen wie Faller, Vollmer, Kibri oder Auhagen kommt, ist oftmals kaum länger als 1 Personenwagon moderner Bauart im 1:160 Maßstab. Soll also die Durchsage "Bitte Vorsicht beim Aussteigen!" nicht im (Un-) Sinn des Wortes gelten, dann muss der geneigte Spur N Modellbahner seinen Bahnsteig selber bauen: |
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Langer Bahnhsteig: Motiv aus meiner Anlage "Der Hafen" Filigranitäten in Spur NNicht minder kurios geht es zu bei Pfosten, Geländern, Dachrinnen, Antennen, Zäunen, Leitern und ähnlich Filigranem der bekannten Großserien Hersteller. Da erinnert der Querschnitt einer Leitersprosse schonmal an den Durchmesser eines ausgewachsenen Baumstamms oder der Gartenzaun hatte offensichtlich das Elefantengehege aus dem Zoo zum Vorbild. Angesichts solcher Filigranitäten, die da so mancher Standard Spur N Modellbausatz enthält, fragt man sich, ob als Zielgruppe ausschließlich Haushalte ohne Lupe und Pinzette erkoren wurden: |
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OK. Die Schilderpfosten vor der Wellblechhütte im Bild links hätte man auch selber pimpen können mit Federstahldraht 0,3 mm. Grenzwertig auch die Spannwerke. Die Weichenlaterne im rechten Bild dünkt mir ebenfalls arg klobig. Alles von Arnold, ein ansonsten von mir sehr geschätzter Spur N Hersteller. Ja, da ist der ambitionierte N-Bahner schon mal geneigt, bei entsprechenden Kleinserien-Herstellern vorbeizuschauen, wo es Kleines in wirklich filigraner Ausführung gibt. Dabei hoffend, dass auch im fortgeschrittenen Alter Augen, Finger und Feinmotorik noch up to date sind. Es sind bekanntlich die Details, auf die es ankommt. Was uns endlich zu der unumstößlichen Wahrheit bringt: Die Sache mit der Größe |
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Modellbahn Spur N - Merke:
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Die Modelleisenbahnanlage… ist eben immer ein Kompromiss. Zwischen Machbarkeit (meint: Platz) und Realität. Die wenigsten haben schließlich eine 100 qm Halle zur Verfügung. Denn das wäre wohl auch als Spur N Modellbahnanlage der tatsächliche Platzbedarf, wollte man einen durchschnittlich großen Bahnhof nebst Peripherie im exakten Maßstab nachbauen. Phantasie oder Reproduktion der Realität?Aber ist es nicht genau diese Beschränkung, die den Reiz an der Modellbahn ausmacht? Meint: Das "Wie" ist interessant. Wie genau wird der Grat zwischen Maßstäblichkeit und Machbarkeit begangen? Wie auch sonst wäre ich auf die Idee gekommen, auf 2 qm einen großen Kopfbahnhof inklusive Paradestrecken als Modelleisenbahnanlage zu versuchen …. Das sind Gedanken, die aber nur Spielbahner verstehen. Modellbahner im Sinne des Wortes streben tatsächlich ein möglichst exaktes Modell vom Vorbild an. Letztere müssen daher den folgenden Satz jetzt ganz schnell überspringen, sonst könnten sie vom Glauben abfallen: Super-vorbildgerechte Modellbahnanlagen wirken auf mich oft irgendwie langweilig! Ich jedenfalls habe immer gern Anregung für meine Fantasie. Also darf die Realität auch gern mal gebrochen werden: |
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Gibts doch gar nicht: Dampfkran baut Besandungsturm ab! |
Wer Epochenfehler findet, darf sie behalten! |
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Wohl mit ein Grund für den Zauber, den beispielsweise die Augsburger Puppenkiste auch für viele Erwachsene entfaltet. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer lassen grüßen. Schienen und Gleise Spur NVon Lummerland und Kopfbahnhöfen auf Matratzengröße wieder zurück zur Spurweite 9 mm: Die Gleise der bekannten Großserien Hersteller (Arnold, Fleischmann, Minitrix, Roco, Kato etc) haben eine Profilhöhe von ca 2 mm (= Code 80). Das entspricht einer realen Schienenhöhe von über 30 cm. Natürlich viel zu hoch. Wer es realistischer mag, greift daher zu anderen Schienen wie etwa die Code 55 Finescale Gleise von Peco mit 1,4 mm Profilhöhe. Es geht sogar noch realistischer. Aber dann kann es Probleme geben mit den Spurkränzen der üblichen Radsätze von Lokomotiven und Wagons. ICE oder Straßenbahn? |
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Genau nachgemessen habe ich es nicht, aber die als - *hüstel* - weite Kurvenradien bezeichneten Standard Bögen der bekannten Spur N Gleishersteller scheinen mir eher den Kurven innerstädtischer Verkehrsbetriebe nachempfunden, wo Straßenbahnen um irgendwelche Hausecken eiern. Sachkundige Hinweise zu Normradien für IC taugliche Schnellfahrstrecken bei der echten Bahn daher hier gern gesehen. Umgekehrt kann ich mit dem R4 Bogen bei den 15 Grad Standard Weichen der üblichen Verdächtigen ganz gut leben. Ein gelungener Kompromiss zwischen Optik und Platzbedarf. |
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Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht |
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So manche Baum Großpackung für Spur N kann getrost in die Abteilung "Baumschule" abgelegt werden. Fortgeschrittene N-Bahner pflanzen daher gern H0 Bäume. Bestenfalls leicht zurecht gestutzt. Burg oder Bürgchen? Fabrik oder Fabrikchen? |
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Dass die Fassade dieser Burg von Faller, explizit als Spur N Modell gepriesen, in der Breite kleiner ist als ein kleiner Wagon, empfinde ich nicht als Manko. Denn Maler oder Fotografen wissen es längst: Je weiter weg das Motiv, desto kleiner. Und Burgen liegen immer weit weg. Oder weit oben. Somit eine dankbare Möglichkeit, um Entfernung zu simulieren. Fazit: Schönes Modell, gehört aber in den Hintergrund. Warum aber der Lkw im rechten Bild nicht in die Fabrik darf - das freilich entzieht sich bis heute meiner Kenntnis. Wo doch beide Modelle lt. Hersteller ebenfalls Spur N sein wollen. Also: Wer hat sich da verrechnet? Lesenswertes (nicht nur) für Spur N |
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